OpenText hat alle eigenen Software-Engineering-Teams von Jira auf die eigene OpenText Core Software Delivery Platform (SDP) umgestellt. Rund fünf Millionen Datensätze und mehr als zehn Millionen Kommentare sind dabei umgezogen, ohne dass ein Release-Zyklus ausgefallen ist. Spannend ist das nicht nur als Herstellergeschichte: Es zeigt, warum die Konsolidierung auf eine Plattform eine Architekturentscheidung ist und keine reine Tool-Frage.
Die Ausgangslage: zu viele Werkzeuge, zu wenig Überblick
Durch zahlreiche Übernahmen hatte OpenText über die Jahre viele unterschiedliche Systeme für Anforderungen, Entwicklung und Tests im Einsatz. Das Ergebnis kennen viele IT-Organisationen aus eigener Erfahrung:
- Fragmentierte Workflows: Jedes Team arbeitet in seinem eigenen Werkzeug, mit eigenen Feldern, Status und Regeln.
- Manuelle Schnittstellen: Informationen werden zwischen Systemen kopiert oder per Einzelintegration abgeglichen.
- Fehlende Transparenz: Ein durchgängiger Blick vom Requirement bis zum Release ist kaum möglich.
- Risiko bei Security und Compliance: Prüfungen, Freigaben und Nachweise sind über mehrere Tools verteilt und schwer nachvollziehbar.
OpenText hat sich deshalb für einen klaren Architekturansatz entschieden: eine gemeinsame Plattform für den gesamten Software-Lebenszyklus und die vollständige Ablösung von Jira.
Die Migration in Zahlen
- Rund 5 Millionen Datensätze wurden aus Jira übernommen, inklusive ihrer Historie.
- Mehr als 10 Millionen Kommentare sind mit umgezogen, damit der Kontext von Entscheidungen erhalten bleibt.
- Umstellung in Wellen: Die Teams wurden schrittweise migriert, jeweils rund 400 Nutzer auf einmal. Bis zu ihrer Welle arbeiteten die Teams normal in Jira weiter.
- Kein ausgefallener Release-Zyklus: Die Produktentwicklung lief während der gesamten Umstellung weiter.
- Mehrere tausend Entwicklerinnen und Entwickler arbeiten heute auf der Plattform, quer über alle Software-Engineering-Teams.
Was die Plattform technisch leistet
API-gestützte Integration
Die Plattform ist an die bestehende Toolchain angebunden: CI/CD-Pipelines, Systeme zur Quellcodeverwaltung und Security-Scanner. Builds, Commits und Testergebnisse laufen dort zusammen, wo auch Anforderungen und Fehler gesteuert werden.
Security by Design
Sicherheitsprüfungen sind direkt in die Delivery-Pipeline eingebunden, etwa statische und dynamische Code-Analysen sowie die Prüfung von Open-Source-Komponenten. Richtlinien werden automatisiert durchgesetzt, und jeder Schritt ist über Audit-Trails nachvollziehbar. Für regulierte Branchen ist das ein wichtiger Punkt, weil Nachweise nicht mehr aus mehreren Systemen zusammengesucht werden müssen.
Einheitliche Governance
Rollen, Berechtigungen und Workflows sind über alle Teams hinweg einheitlich definiert. Neue Teams starten mit erprobten Vorlagen, und Auswertungen über Teamgrenzen hinweg werden vergleichbar.
Skalierbarkeit für verteilte Teams
Die Plattform ist auf viele parallel arbeitende Teams an verschiedenen Standorten ausgelegt, mit globalem Zugriff und hoher Gleichzeitigkeit.
Entwickler als direkte Feedbackgeber
Ein Nebeneffekt, den OpenText besonders hervorhebt: Die eigenen Entwicklerinnen und Entwickler nutzen die Plattform täglich und melden zurück, was im Alltag fehlt oder stört. Das fließt direkt in das Produkt ein, das auch Kunden einsetzen.
„Unsere Entwickler sind jetzt nicht nur Nutzer, sondern auch direkte Feedbackgeber. Das verbessert unsere Produkte und stärkt das Vertrauen unserer Kunden.“
Yaniv Sayers, ADM Chief Architect, OpenText
Was das für Ihre Toolchain bedeutet
Die Frage stellt sich gerade in vielen Unternehmen. Atlassian beendet seine Data-Center-Produkte: Ab dem 28. März 2029 gibt es dafür keine Updates und keinen Support mehr. Mehr dazu in unserem Beitrag Atlassian Data Center endet 2029: Welche Wege es jetzt gibt. Wer ohnehin entscheiden muss, sollte die Gelegenheit nutzen und die gesamte Toolchain betrachten, nicht nur den Ersatz für ein einzelnes Werkzeug.
Diese Fragen helfen bei der Einschätzung:
- Wie viele Werkzeuge sind am Software-Lebenszyklus beteiligt? Und wie viele Schnittstellen halten sie zusammen?
- Wo entstehen Nachweise für Security und Compliance? Lassen sie sich auf Knopfdruck zusammenstellen?
- Gibt es einheitliche Rollen und Workflows oder arbeitet jedes Team nach eigenen Regeln?
- Wie wichtig ist der Betriebsort? Cloud, eigenes Rechenzentrum oder hybrid, etwa aus regulatorischen Gründen.
- Welche Daten müssen mit? Historie, Kommentare und Verknüpfungen sind oft wertvoller als gedacht.
Die Konsolidierung auf eine Plattform ist kein Selbstzweck. Sie lohnt sich dort, wo viele Teams, viele Schnittstellen und hohe Anforderungen an Nachvollziehbarkeit zusammenkommen. Für IT-Architekten, DevOps-Verantwortliche und Engineering-Leads ist sie dann ein Hebel, technisch, organisatorisch und kulturell.
So unterstützen wir Sie
provalida ist OpenText Silver Partner und Atlassian Silver Partner. Wir kennen beide Welten aus vielen Projekten und beraten deshalb ergebnisoffen: ob Atlassian Cloud, OpenText Software Delivery oder ein hybrider Weg. Wir analysieren Ihre Toolchain, planen die Migration in Etappen und begleiten die Umstellung, damit Ihre Releases weiterlaufen. Mehr dazu auf unseren Seiten zu Software & DevOps und Atlassian. Wenn Sie wissen möchten, welcher Weg zu Ihrer Organisation passt, sprechen Sie uns an. Das Erstgespräch ist kostenlos.
Quellen: OpenText-Kundenbericht OpenText trusts OpenText und OpenText-Blog Atlassian Data Center end-of-life.